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Arabica Kaffee: Alles über die Bohnen & Pflanze

Die Arabica Bohne ist die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Kaffeebohne. Etwa 70 % der Kaffee-Weltproduktion besteht aus Arabica-Bohnen.

Sie besitzt eine Vielzahl an unterschiedlichen Noten, aromatischen Düften und verschiedenen Geschmäckern. Meist werden im Handel die sogenannten Arabica-Mischungen angeboten.

Erfahre hier alles über diese Bohne vom Anbau bis zum fertigen Kaffee.

In Kürze:

  • Arabica-Bohnen haben eine lange Tradition und sind seit 1.000 v. Chr. für ihre Wirkung bekannt
  • Für das Wachstum sind Klima und Höhenlage entscheidend
  • Arabica ist gerade für seine fruchtige und beerige Note beliebt
Arabica Kaffee

Die Arabica Kaffee Sorte im Überblick

Um zu verstehen, um was es sich bei der Sorte Arabica Kaffeebohnen handelt, geben wir dir zuerst einen kleinen Überblick über Herkunft, Aussehen, Geschmack und einiges anderes Wissenswertes.

Herkunft

Bereits im Jahr 1.000 v. Chr. wurden die ersten Arabica Bohnen in einer genießbaren Form verwendet. Sie stammen ursprünglich aus dem Königreich Kefa. Dabei handelt es sich um das heutige Kaffa im afrikanischen Äthiopien südlich der Sahara.

Die Bohnen wurden seinerzeit von dem Stamm der Oromo als Stimulans entdeckt, indem diese zerkleinert und mit einem Fett vermischt wurden. In dieser Konstellation wurden die Bohnen konsumiert.

Im 15. Jahrhundert wurden die wild wachsenden Sträucher in Kaffa neu für die Kaffeezubereitung entdeckt. Arabische Gelehrte waren dann die Ersten, die in der Mitte des 16. Jahrhunderts schriftlich über diese Kaffeebohnen berichteten.

Damals wurden die Bohnen bereits geröstet und zu Kaffee verarbeitet. Zu dieser Zeit verbreitete sich der Handel mit den Bohnen auch über den Jemen sowie die ägyptische Zivilisation und gelangte nach Europa.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde der Kaffeebaum dann kultiviert, wobei die Monopolstellung hierfür als erstes Arabien innehatte. Von hier breitete sich der Anbau durch die Seefahrer, die die Bohnen mitnahmen, auch über Indien bis nach Südamerika aus.

Aussehen

Blüte der Coffea Arabica

Arabica-Bohnen erkennst du an ihrem eiförmigen und länglichem Aussehen. Zudem besitzen sie eine gewundene, flache Furche. Dieser Schnitt kann auch als s-förmig bezeichnet werden. Die Farbe kann variieren. So gibt es frische Bohnen in grün bis blaugrün oder auch grau-gelblich.

Geschmack

Der Geschmack wird als edel und fein bezeichnet. Arabica Kaffee besitzt eine feine fruchtige Säure und ist aufgrund der ausgeprägten beerigen Aromabildung so beliebt.

Zudem besitzt die Arabica-Bohne etwa 6–9 % Zuckeranteil, somit gehört sie zu den süßeren Kaffeebohnen. Durch den Röstgrad wird die Intensität der Aroma- und Geschmackseigenschaften bestimmt.

Je heller die Röstung der Bohnen ist, desto fruchtiger schmecken sie. Allerdings hat auch die Herkunft immer einen Einfluss auf das Aroma.

Koffeingehalt

Der Koffeingehalt der Arabica-Bohnen ist recht niedrig. Er befindet sich in einem Bereich zwischen 0,8 und 1,5 %.

Ölgehalt

Arabica-Bohnen besitzen mit 15 % bis 17 % einen relativ hohen Ölgehalt, der für eine geschmeidige und glatte Textur sorgt.

Varianten

Coffea Arabica

Arabica heißt nicht immer auch gleich Arabica. Denn gerade auch je nach Herkunfts- und Anbauland können Geschmack und Aroma variieren. Dies hängt auch vom jeweiligen herrschenden Klima sowie von den angepflanzten Hybriden ab.

Es gibt unter anderem die folgenden Varianten:

  • Catuai
  • Typica
  • Bourbon
  • Hybrido
  • Java
  • Caturra
  • Ethiopia

Arabica (Coffea Arabica) Anbau

Der Anbau der Arabica-Bohnen ist nicht ganz einfach, denn die Pflanzen benötigen ein besonderes Klima und besondere Wachstumsbedingungen.

Auch heute wird der Kaffee nicht in Europa, sondern in den südlichen Gebieten von Afrika oder Lateinamerika angebaut wird.

Weltweit wurden laut Statista in der Saison 2022/23 insgesamt 95 Millionen Säcken zu je 60 Kilogramm Arabica Kaffee geerntet.

Anbaugebiete

Zu den heutigen Anbaugebieten gehören neben Äthiopien, dem Ursprungsland, hauptsächlich subtropische oder tropische Regionen wie Kenia, Brasilien oder auch Kolumbien.

Entscheidend dabei ist, dass die Pflanze im Hochland wächst, denn Anbaugebiete in einer Höhe von etwa 1000 Metern sind gut für ein gesundes Wachstum der Kaffeepflanzen geeignet. Diese Lage wird auch als Kaffeegürtel bezeichnet.

Zum Kaffeegürtel gehören Länder, die auf dem Breitengrad liegen, der gut für den Anbau aufgrund des hier herrschenden Klimas geeignet ist. Neben den oben genannten Ländern gehören hierzu auch Costa Rica und Honduras.

Klima

Das Klima ist entscheidend, damit der Anbau der Kaffeepflanzen gelingt. So wird ein mildes Klima benötigt. Zu heiß oder zu kalt darf es nicht sein. Temperaturen zwischen 15° und 25° Celsius sind hier ideal.

Essenziell ist aber auch der Regen, denn die Pflanzen benötigen viel Wasser, um zu gedeihen und die schmackhaften Früchte ausbilden zu können.

Angesichts dessen sind auch Regenwaldgebiete für den Anbau geeignet. Regnet es zu wenig, muss täglich in großen Mengen gegossen werden.

Ernte, Aufbereitung und Trocknung

Kaffeebohnen Ernte

Bei der Ernte werden die Kaffeebeeren mechanisch von den Pflanzen geerntet. In einer einzelnen Beere befinden sich in der Regel durchschnittlich zwei Kaffeebohnen.

Um die Bohnen aufzubereiten, werden die Beeren einer Nassbehandlung unterzogen. Hierzu werden Wassertanks genutzt, in die die Bohnen gegeben werden. Sobald sie an der Oberfläche schwimmen, werden sie wieder entnommen.

Danach muss das Fruchtfleisch in einem rotierenden Zylinder entfernt werden (Entpulpen). Dann werden die freigelegten Bohnen als erstes fermentiert.

Nach dem Waschen müssen sie mehrere Wochen unter der Sonne trocknen. Erst nach dem Trocknen sind sie bereit für die Röstung.

Arabicabohnen Röstung

Arabica Kaffeebohnen geröstet

Die Röstung der Arabica Bohnen ist unterschiedlich. Hierdurch entsteht nicht nur die bekannte Farbe der Bohnen in hell- oder dunkelbraun, sondern auch der unterschiedliche Geschmack.

Je heller die Röstung ist, desto stärker kommen die fruchtigen Aromen durch. Auch brotig oder grasig schmecken die Bohnen mit der hellen Röstung. Sie haben daher auch einen höheren Säuregehalt. Je dunkler die Bohnen geröstet werden, desto mehr geht die Säure verloren.

Werden die Arabica Kaffeebohnen dunkler geröstet, dann dauert dieser Vorgang länger, auch die Temperatur wird hierfür höher, aber nicht zu hoch eingestellt. Hierdurch kommen aber auch mehr Bitterstoffe an die Oberfläche.

Kommt es allerdings zu der schnellen und heißen Industrieröstung, dann verbrennen die Kaffeebohnen von außen schnell, werden im Inneren aber nicht gleichmäßig geröstet. Daher ist es wichtig bei der Wahl der Bohnen immer auf die schonende Röstung zu achten, auch wenn diese vielleicht ein wenig teurer sind,

Wofür eignet sich Arabica Kaffee?

Arabica Kaffee kann für viele verschiedene Zubereitungsarten verwendet werden. So wird er gerne für Espresso, Filterkaffee aus der French Press und dem Kaffeebereiter oder auch in vollautomatischen Kaffeemaschinen verwendet.

Um jedoch den Koffeingehalt zum Beispiel beim Espresso zu erhöhen, wird der Arabica oft auch mit dem Robusta-Kaffee gemischt. Arabica Bohnen werden in erster Linie für die Zubereitung der verschiedenen Kaffeespezialitäten verwendet.

Allerdings gibt es auch eine weitere Verwendung. Nicht von den Bohnen selbst, sondern von der sogenannten Kaffeekohle, die bei einer langen Röstung der Bohnen entsteht. Diese wird gerade bei Durchfallerkrankungen effektiv eingesetzt.

Video: Unterschied zwischen Arabica und Robusta

In diesem Video erfährst du, was diese beiden Kaffeesorten unterscheidet.

Arabica Kaffee Aufbewahrung

Da es sich auch bei den gerösteten Bohnen um ein frisches Produkt handelt, verlieren diese mit der Zeit an Aroma. Wichtig ist, dass die Bohnen luftdicht aufbewahrt werden. Denn werden diese dem Sauerstoff ausgesetzt, dann geht das Aroma schneller verloren.

Eine Sauerstoff und Licht undurchlässige Dose ist daher ideal für die Aufbewahrung. Diese Dose darf jedoch nie in der Nähe einer Käseglocke oder dem Gewürzregal stehen. Denn die Kaffeebohnen nehmen leicht das Aroma aus der nächsten Umgebung an.

Stellt sich die Frage nach dem Einfrieren der Bohnen, dann lautet diese eher nein. Denn Duftstoffe und Aroma werden durch das Einfrieren beeinträchtigt. Müssen sie dennoch eingefroren werden, ist es wichtig, dass sie vorher auch vakuumiert werden.

Werden die Bohnen wieder aufgetaut, dann darf die Verpackung erst geöffnet werden, wenn der Kaffee auf Zimmertemperatur gebracht wurde. Ansonsten werden die Bohnen aufgrund kondensierender Luftfeuchtigkeit ungenießbar.

Idealerweise sollen die Bohnen in der luftdichten Dose kühl gelagert werden. In den Kühlschrank gehört diese Kaffeedose jedoch auf keinen Fall. Durch die Feuchtigkeit im Kühlschrank bildet sich Kondenswasser und verdirbt die Bohnen. Zudem nimmt der Kaffee die Gerüche aus der Umgebung auf und der Geschmack wird verdorben.

Ideal ist es daher auch immer, wenn du nicht zu viel Kaffeebohnen aufbewahrst und besser häufiger frisch einkaufen gehst. So kannst du das volle Aroma am besten bewahren.

Die besten Arabica Kaffeebohnen

Es gibt so viele Anbauländer, sodass sich auch die Arabica Kaffeebohnen im Geschmack und Aroma unterscheiden können.

Die Nuancen können von Karamell und Schokolade hin zu blumigen und fruchtigen sowie Marzipangeschmack reichen. Je höher die Qualität der Sorten, desto besser lassen sich diese Nuancen herausschmecken.

Die beste Qualität erhältst du als Single Origin Arabica. Diese Sorte birgt für reinste Kaffees gelten, da hierfür nur Bohnen aus einer einzigen Ernte verwendet werden.

Hierzu gehören zum Beispiel:

  • Speicherstadt Indien Monsooned Malabar, mit malzigem und röstigem Aroma
  • Andraschko Brasil Fazenda Santa Alina, mit einem fruchtigen Aroma, mit leichtem Aprikosengeschmack
  • Murnauer Nossa Senhora Brasilien Bip, mit einer feinen Note aus gerösteten Nüssen und dunkler Schokolade

Diese Kaffeespezialitäten sind alle aus 100 % Arabica Bohnen zusammengestellt.

Die besten Arabica Blends

Wenn von Arabica Blends gesprochen wird, dann handelt es sich hierbei um eine Mischung aus Arabica Bohnen aus verschiedenen Regionen. Diese liefern den Genießern von Kaffee abwechslungsreiche Kompositionen aus verschiedenen Aromen.

Erfahrene Röster stellen hierfür die Mischungen zusammen. Zu den besten dieser Arabica Blends gehören:

  • Elbgold Mischgold, Aroma mit Nuancen von Pfirsich, Schokolade und Walnuss
  • Hannoversche Kaffeemanufaktur, würzig und sehr fruchtig
  • Caffè Caimano Caffè Crema, Geschmack von Trockenfrüchten

Häufige Fragen:

Was ist besser, Arabica oder Robusta?

Robusta enthält mehr Koffein als Arabica und gilt somit auch als der bessere “Wachmacher”. Deswegen werden Robusta und Arabica auch in vielen Kaffeemischungen zusammen verwendet.

Durch den Arabica hingegen wird der Kaffee milder, aromatischer und weicher. Robusta Bohnen werden hingegen oft als nussig und erdig empfunden und können Noten von Leder oder Holz im Geschmack haben.

Es liegt vor allem auch immer am eigenen Geschmack, welche Kaffeesorte hier als besser empfunden wird.

Was bedeutet 100% Arabica bei Kaffee?

Wenn du einen 100 % Arabica Kaffee kaufst, dann erhältst du einen sortenreinen Kaffee. Die Mischung besteht ausschließlich aus Arabica Bohnen ohne einen Zusatz von Robusta oder anderen Bohnen.

Allerdings kann es sich hierbei um ein Produkt aus nur einer einzigen Herkunft von Arabica Bohnen handeln. Es kann aber auch eine Arabica Blend Mischung sein, bei der Bohnen aus verschiedenen Herkunftsländern miteinander gemischt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Arabica-Kaffee und anderen Kaffeesorten?

Neben Arabica werden noch Robusta und weitere wenige andere Kaffeesorten angeboten. Diese Sorten sind hierzulande weitestgehend unbekannt.

Dazu gehören:

Coffea liberica mit sehr großen Kaffeebohnen. Die Sorte ist kostbar, aber nicht unbedingt hochwertig.
Coffea stenophylla besitzt einen sehr milden Geschmack.
Coffea eugenioidis ist selten und recht süß, aus diesem wurden die Arabica Pflanzen gezüchtet.
Coffea charieriana, seltener Wildkaffee, entdeckt im Jahr 2008, absolut koffeinfrei von Natur aus.

Welches sind die Geschmacksprofile der verschiedenen Arabica-Kaffees?

Arabica Bohnen gelten als harmonisch, weich, mild und fruchtig im Geschmack. Zudem schmeckt der Kaffee oft auch süß, beerig und fruchtig. Oftmals wird der Kaffee aufgrund der Fruchtigkeit auch als leicht sauer empfunden, bitter hingegen schmeckt der in der Regel nicht.

Wie sollte Arabica-Kaffee gebraut werden?

Der typische arabische Kaffee wird mit vielen Gewürzen gebraut. Während des Aufbrühens werden Kardamom, Zimt, Nelken, Safran, Muskatnuss und Rosenwasser zugefügt, was dem typischen arabischen Kaffee die gewisse Note gibt. Als Grundlage dienen leicht geröstete Arabica-Bohnen.

Wie lange ist gerösteter Arabica-Kaffee haltbar?

Werden die gerösteten Arabica Bohnen richtig aufbewahrt, dann sind sie bis zu 12 Monate haltbar und behalten auch ihr besonderes Aroma. Allerdings entfaltet ein frisch gerösteter Kaffee etwa fünf Tage nach der Röstung sein bestes Aroma. Dieses dauert etwa sechs bis acht Wochen lang an.

Welche Fehler werden häufig bei der Zubereitung von Arabica-Kaffee gemacht?

Zu den zwei großen Fehlern, die bei der Zubereitung gemacht werden können, gehören die Unter- und die Überextraktion. Bei einer Extraktion werden etwa 30 % der Inhaltsstoffe aus der Kaffeebohne gezogen.

Bei einer Unterextraktion werden entsprechend zu wenig, bei einer Überextraktion zu viele Stoffe herausgezogen. Werden zu wenig Inhaltsstoffe gelöst, dann wird der Kaffee zu sauer, bei einer Lösung von zu vielen Stoffen wird der Kaffee bitter.

Die Mengenverhältnisse von Pulver und Wasser müssen daher genau aufeinander abgestimmt werden, damit dies nicht passiert.

Letztes Update: 20. Januar 2023

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