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Wie unterscheidet sich der Koffeingehalt in Kaffee und Espresso?

Die Bundesregierung empfiehlt 200 mg Koffein bei einer Einzeldosis und 400 mg über den Tag verteilt als unbedenklich für einen gesunden Erwachsenen. Doch wie viel Koffein ist in den unterschiedlichen Kaffeegetränken vorhanden? Und wodurch kann der Koffeingehalt noch beeinflusst werden? Diese Fragen wollen wir in diesem Artikel klären.

In Kürze:

  • Der unterschiedliche Koffeingehalt von Kaffee und Espresso beruht auf der unterschiedlichen Konzentration.
  • Verschiedene Kaffeesorten und unterschiedliche Zubereitungsmethoden haben einen Einfluss auf den Koffeingehalt.
  • Koffein ist ein Wachmacher und kann im Körper verschiedene Wirkungen hervorrufen. Nacht heutigen Erkenntnissen müssen diese nicht gesundheitsschädlich sein.

Espresso und Kaffee: Worin bestehen die Unterschiede

Koffeingehalt Kaffee Espresso

Espresso ist ein starkes, konzentriertes Kaffeegetränk, das bei geringem Volumen einen hohen Koffeingehalt aufweist.

Eine Tasse Kaffee hingegen hat in ihrer normalen Größe von 125 ml zwar einen gleichwertigen Koffeingehalt, doch verteilt dieser sich auf eine größere Wassermenge. Durch seinen geringeren Wassergehalt ist der Espresso also wesentlich stärker, obwohl wir im Grunde die gleiche Menge Koffein zu uns nehmen.

Der hauptsächliche Unterschied zwischen Kaffee und Espresso besteht also im Verhältnis zwischen Kaffeepulver und Wasser. Daraus ergeben sich auch die Unterschiede im Koffeingehalt.

Sowohl für einen Espresso, als auch für eine Tasse Kaffee werden etwa 7 bis 8 Gramm Kaffeepulver eingesetzt. Doch beim Espresso werden diese lediglich mit 25 ml Wasser zubereitet, während beim Kaffee 125 ml Wasser verwendet werden.

Da die Pulvermenge in unserem Beispiel die gleiche ist, findest du in einem Espresso auch etwa den gleichen Koffeingehalt, wie in einer Tasse Filterkaffee. Allerdings die Koffeinmenge in einem Espresso wesentlich konzentrierter. Würdest du die gleiche Menge Espresso wie Kaffee zu dir nehmen, so wäre die Koffeinzufuhr beim Espresso etwa 5 Mal so hoch.

Wovon hängt der Koffeingehalt ab?

Koffeingehalt Kaffeegetränke
Je nach Getränk unterscheidet sich die Menge an Koffein stark

Zubereitungsart

Die Zubereitungsart hat einen entscheidenden Einfluss auf den Koffeingehalt des Getränks. Anhand der folgenden Getränke erklären wir, warum sich die Zubereitungsarten so stark unterscheiden können.

Ristretto

Das stärkste Kaffeegetränk ist dabei der Ristretto und nicht der Espresso. Der Ristretto wird ähnlich wie der Espresso zubereitet, es wird jedoch bei gleicher Pulvermenge nur die Hälfte des Wassers verwendet.

Espresso

Danach folgt der Espresso mit seinem relativ hohen Koffeingehalt. Doch gibt es beim Espresso auch Unterschiede. Prinzipiell höher kann der Koffeingehalt bei der Zubereitung mit einer Siebträgermaschine sein. Der höhere Kompressionsgrad des Kaffeemehls im Siebträger und der potenziell stärkere Druck beim Espressobezug können dazu beitragen.

Bei Espresso aus dem Automaten und insbesondere aus dem Espressokocher sind die Werte meist geringer.

Lungo

Der Lungo ist ein verlängertes Kaffeegetränk auf Basis von Espressobohnen. Er hat in der Regel einen etwas höheren Koffeingehalt wie der Espresso, allerdings verteilt sich diese auf eine größere Menge Wasser.

Kaffee

Auch beim Kaffee gibt es in Bezug auf den Koffeingehalt Unterschiede, die von der Zubereitungsart abhängen. In der French Press ist beispielsweise mehr Koffein enthalten, als im Filterkaffee und die Koffeinwerte sind beispielsweise bei der Cold Brew Technik geringer.

Röstung

Die Röstungsart entscheidet hingegen nur indirekt über den Koffeingehalt mit. Das Koffein bleibt während dem Rösten stabil, durch den Flüssigkeitsverlust kann allerdings von einem etwas höheren Gehalt bei dunkleren Röstungen ausgegangen werden.

Koffeingehalt verschiedener Getränke & Zubereitungsarten im Vergleich

Die folgenden Werte in der Tabelle beziehen den Koffeingehalt der jeweiligen Getränkeart auf 100 ml, auf die reguläre Menge einer Portion sowie anteilig in Prozent auf die empfohlene maximale Tagesdosis von 400 mg Koffein.

Getränkeart
Mg Koffein bei 100ml
Mg Koffein pro Portion
Prozent Koffein der Tagesdosis pro Portion
Ristretto
421
84
21
Espresso aus der Siebträgermaschine
260
78
20
Espresso aus dem Kaffeevollautomaten
210
66
17
Espresso aus dem Espressokocher
164
49
12
Caffè Lungo
136
82
20
Cappuccino (30 ml Espresso + 170 ml Milch)
33
66
17
Kaffee aus der French Press
89
178
44
Kaffee aus dem Handfilter
74
148
37
Kaffee aus der Filterkaffeemaschine
68
136
34
Kaffee aus dem Kaffeevollautomaten
58
116
29
Milchkaffee halb/halb
44
89
22
Löslicher Kaffee (Instantkaffee)
39
78
19
Red Bull
32
80
20
Schwarzer Tee
20
40
10
Grüner Tee
19
38
9
Coca-Cola
10
33
8
Club Mate
20
100
25
Heiße Schokolade
6
12
3
Entkoffeinierter Kaffee
2
4
1
Die Angaben sind Mittelwerte aus unterschiedlichen Messungen und Quellen und können variieren

Arabica und Robusta Bohnen im Koffeinvergleich

Koffein Arabica Robusta
Die beiden beliebten Kaffeebohnen unterscheiden sich

Verschiedene Bohnenarten können einen unterschiedlichen Koffeingehalt haben. Das führt dazu, dass einige Kaffeesorten mehr Koffein enthalten, als andere.

In den Anbaugebieten rund um die Welt gibt es rum 130 unterschiedliche Kaffeearten. Kommerziell relevant sind allerdings nur Robusta und Arabica. Gemeinsam machen sie 99 % des Verbrauchs aus. Arabica Bohnen werden heute am häufigsten angebaut und machen etwa 70 % der weltweiten Kaffee-Ernte aus.

Der Koffeingehalt der Robusta Bohne ist wesentlich höher als der von Arabica Bohnen. Arabica hat einen Koffeingehalt von 0,8 bis 1,4 %, während Robusta zwischen 1,7 und 4 % Koffein enthalten.

Koffein dient der Pflanze als natürliches Insektenschutzmittel, sodass Robusta Pflanzen wesentlich widerstandsfähiger sind. Der Ölanteil in Robusta ist wesentlich geringer, als bei den Arabica Bohnen.

Die einzelnen Anbaugebiete nehmen ebenfalls einen Einfluss darauf, wie viel Koffein die Pflanze entwickelt. So kann der Koffeingehalt einer Kaffeesorte aus Indien sehr unterschiedlich zu der eines Kaffees aus Kolumbien sein.

Der Kaffee mit dem geringsten Koffeingehalt ist der Sidamo. Er wächst in Äthiopien und gehört du den Arabica Bohnen. Er enthält weniger als 1 % Koffein. Bei einem Arabica Kaffee aus dem kolumbianischen Hochland kann der Koffeingehalt jedoch bei 1,4 % liegen und auch Arabica Kaffee aus Brasilien weist oft einen Koffeinanteil von 1,4 % oder mehr auf.

Tatsächlich kann der Koffein-Gehalt selbst von Bohne zu Bohne von einem gleichen Strauch unterschiedlich sein. Daher ist es letztlich auch schwierig, genau zu bestimmen, welchen Koffeingehalt eine Tasse Espresso oder eine Tasse Kaffee hat und man kann sich im Grunde nur auf Durchschnittswerte stützen.

Ist Koffein gesund?

Koffein Wirkung
Das Koffeinmolekül

Koffein übt eine Wirkung auf den Körper und das zentrale Nervensystem aus, indem es die Ausschüttung von Hormonen wie Adrenalin und Kortisol begünstigt. Dadurch schlägt das Herz schneller und der Blutdruck steigt.

Koffein gelangt rasch in den Blutkreislauf und die Wirkung und Steigerung der Leistungsfähigkeit entfaltet sich schnell. Nach etwa vier Stunden kann Koffein im Körper vollkommen abgebaut und durch den Urin ausgeschieden werden.

Früher wurde davon ausgegangen, dass der Koffeingehalt in Kaffee und Espresso für die Herz-Kreislauf-Gesundheit schädlich ist. Ein hoher Kaffeekonsum wurde mit einem erhöhten Sterberisiko in Verbindung gebracht.

Inzwischen hat es sich jedoch herausgestellt, dass die Studien, die zu diesen Annahmen führten, einen Fehler aufweisen. Da viele Kaffeetrinker auch Raucher sind, kann nämlich das Rauchen als Auslöser für die Gesundheitsschäden angesehen werden kann und nicht der Koffeinkonsum.

Neue Studien hingegen zeigen, dass Koffein sogar gesundheitsförderlich sein kann, wenn du Kaffee oder Espresso in moderaten Mengen zu dir nimmst.

Einige Studien bestätigen, dass Kaffee und Espresso das Diabetesrisiko senken kann. Es handelt sich dabei um Beobachtungsstudien, die zu der Annahme Anlass geben, dass Koffein die Insulinempfindlichkeit steigern und somit den Blutzuckerspiegel senken kann.

Amerikanische Langzeitstudien, die über 30 Jahre hinaus betrieben wurden, haben sogar ergeben, dass Kaffeetrinker länger leben. Nach der Studie wiesen Menschen, die bis zu 5 Tassen Kaffee pro Tag trinken, ein geringeres Risiko auf, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben.

Heute sind Kaffee und Espresso sogar für Patienten mit hohem Blutdruck erlaubt. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass der Blutdruck nach dem Koffeinkonsum nur für kurze Zeit geringfügig ansteigt. Wer regelmäßig Kaffee trinkt, bemerkt kaum einen Anstieg des Blutdrucks.

Wie viel Koffein kann man zu sich nehmen?

Die Substanz Koffein ist für den menschlichen Körper nur dann gefährlich, wenn sehr große Mengen verzehrt werden. Für einen Erwachsenen können etwa 10 Gramm Koffein tödlich sein. Das entspricht jedoch etwa 150 kleinen Tassen Espresso oder 70 großen Tassen Kaffee, sodass kaum die Gefahr besteht, mit Espresso oder Kaffee diese Menge zu erreichen.

Experten geben dennoch spezifische Empfehlungen über die Menge an Koffein, die man täglich zu sich nehmen sollte:

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt an, dass du in einer Portion nicht mehr als 200 mg Koffein und über den Tag verteilt höchstens 400 mg Koffein zu dir nehmen solltest.

Das gilt allerdings nicht nur für Kaffee und Espresso, sondern für alle koffeinhaltigen Getränke, die du über den Tag zu dir nimmst. Auch Schwangere dürfen Kaffee trinken, jedoch sollten sie sich auf die Hälfte der empfohlenen Menge beschränken.

Nicht nur im Kaffee steckt Coffein

Wenn du deinen Koffeinkonsum kontrollieren möchtest, musst du über mehr als nur Kaffee und Espresso nachdenken, denn auch andere Getränke enthalten Koffein.

Tee enthält zwischen 20 und 50 mg Koffein pro 100 ml Tasse. Ein Glas Cocoa Cola enthält etwa 10 mg und selbst in Kakao versteckt sich Koffein, und zwar etwa 6 mg pro Tasse. Doch auch weitere Getränke wie Energy Drinks enthalten Koffein in teils erheblichen Mengen.

Abbau im Körper

Die Wirkung und der Abbau des Koffeins von Kaffee ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Dabei spielt das Körpergewicht ebenso eine Rolle, wie die genetische Veranlagung. Frauen reagieren in der Regel schneller und stärker auf Koffein, als Männer.

Auch Rauchen beeinflusst die Wirkung von Koffein. Raucher bauen Koffein in der Regel schneller ab als Nichtraucher.

Koffein erzeugt eine Gewohnheitswirkung. Deshalb wirkt es bei Gelegenheitstrinkern stärker. Wenn du regelmäßig Kaffee trinkst, so tritt ein Gewöhnungseffekt ein und du verspürst die Wirkung von Koffein weniger stark.

So lässt es sich auch erklären, warum einige Menschen nach dem Genuss von koffeinhaltigen Getränken nicht schlafen können, während andere unter keinerlei Schlafstörungen leiden.

Geschmack sagt nichts aus über Koffein

Das kräftige Aroma von Espresso, der intensive Geschmack und die dunkle Farbe können den Eindruck verleihen, dass du mit einer kleinen Tasse Espresso mehr Koffein zu dir nimmst, als mit einem Becher Filterkaffee.

Ein Espresso hat allerdings pro Portion einen geringeren Koffein-Kick als Kaffee. Aufgrund der geringen Menge nimmst du mit einer Tasse Espresso tatsächlich weniger Koffein zu dir, als mit einer Kaffeetasse Filterkaffee.

Letztes Update: 19. April 2022

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