Startseite » Espressomühle » Espressomühle & Kaffeemühle – Mahlgrad richtig einstellen

Espressomühle & Kaffeemühle – Mahlgrad richtig einstellen

Wer einen perfekten Espresso Kaffee aufbrühen möchte, benötigt dazu aus das optimale Kaffeemehl. Dabei geht es nicht nur um die Qualität der Bohnen, sondern auch um den richtigen Mahlgrad. Hat das Kaffeemehl nicht die richtige Körnung, so kann der typische Espresso Geschmack kaum erzielt werden und auch die Crema fällt nicht wie gewünscht aus. Deshalb solltest du auf eine hochwertige Kaffeemühle Wert legen und sie für den Espresso richtig einstellen.

In Kürze:

  • Der perfekte Mahlgrad sorgt dafür, dass weder Unter- noch Überextraktion entsteht.
  • Das Kaffeepulver sollte immer noch eine gewisse Körnung aufweisen.
  • Eine Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk sorgt für das schonendste Mahlen.
Espressomühle Mahlgrad richtig einstellen
Bei der Espressomühle den Mahlgrad richtig einstellen lohnt sich

Warum ist der Mahlgrad so wichtig für den Espresso?

Bei einer guten Kaffeemühle kann man den Mahlgrad im Bereich von sehr fein (1) bis grob (10) einstellen. Bei der Zubereitung von Espresso wird der Kaffee durch den Druck im Siebträger zügig extrahiert. Daher hat das Wasser nur wenig Kontaktzeit, um die Aromastoffe aus dem Kaffee zu lösen. Fein gemahlenes Kaffeepulver bietet eine ausgezeichnete Oberfläche, sodass auch in kurzer Zeit viele Aromastoffe gelöst werden können.

Unterextraktion

Ist der Kaffee für den Espresso zu grob gemahlen, so kommt es zu einer Unterextraktion. Der Kaffeegeschmack ist dabei meist fade und auch stark säurebetont. Die Crema hingegen ist zu hell und zu dünn und hält sich in der Tasse nicht.

Überextraktion

Jedoch ist auch zu fein gemahlenes Kaffeepulver nicht ideal für den Espresso. Werden nämlich zu viele Aromastoffe aus dem Kaffee gelöst, so gelangen auch viele Bitterstoffe in die Tasse und der Kaffee wird zähflüssig. In diesem Fall spricht man von einer Überextraktion.

Die Speciality Coffee Association of Europe gibt als Wert den Bereich von 18-22 % Extraktion für ein optimales Ergebnis an.

Aus diesen Gründen ist es unerlässlich, genau den richtigen Mahlgrad für den Espresso Kaffee zu bestimmen und die Kaffeemühle so genau wie möglich einzustellen.

Hast du den richtigen Mahlgrad gefunden, sollte die Kaffeemühle entsprechend markiert werden. So findest du die Position schnell wieder, wenn du mit dem Gerät auch Bohnen für andere Kaffeespezialitäten wie Filterkaffee für die Kaffeemaschine oder French Press mahlst.

Die erste Einstellung für die Kaffeemühle – Anleitung & Tipps

Mühle einstellen
Mit der Wahl des richtigen Mahlgrades erhältst du den besten Geschmack und schonst die Inhaltsstoffe

Benötigte Zeit: 15 Minuten.

Den perfekten Mahlgrad einstellen für Espresso

  1. Feines Pulver Mahlen

    Die erste Einstellung bei einer neuen Kaffeemühle erfordert meistens einige Mühe. Da das Pulver für den Espresso recht fein sein sollte, empfiehlt es sich bei den ersten Versuchen mit den niedrigeren Mahlgraden zu beginnen. Mahle zunächst nur kleine Mengen, bis du eine zufriedenstellende Einstellung gefunden hast.

  2. Körnung prüfen

    Benutzt du die Kaffeemühle zum ersten Mal, solltest du das Kaffeemehl genau inspizieren, bevor du es in den Siebträger gibst. Optimales Kaffeemehl sollte sich zwischen den Fingern ein wenig schmierig anfühlen, trotzdem aber noch eine Körnung aufweisen. Das Mehl kann zunächst einige Klumpen haben. Diese müssen sich jedoch auflösen, wenn das Kaffeemehl in den Siebträger gegeben wird.

  3. Erster Espresso Probebezug

    Hast du beim Mahlen Kaffeepulver mit diesen Eigenschaften erzielt, so ist es an der Zeit, eine erste Probe mit dem Siebträger zu machen. Der Espresso wird aufgebrüht und auf Unter- oder Überextraktion bewertet.

  4. Nachjustieren

    Sollte die Extraktion nicht perfekt sein, so wird der Mahlgrad an der Kaffeemühle entsprechend verstellt. Bei einer Überextraktion wird der Mahlgrad gröber gestellt, bei einer Unterextraktion hingegen muss er feiner eingestellt werden.

  5. Erneuter Probebezug

    Hast du eine neue Mahleinstellung an der Kaffeemühle vorgenommen und erneut Bohnen gemahlen, so wird die Probe am Siebträger wiederholt. Diesen Vorgang solltest du so lange wiederholen, bis Kaffeearoma und Geschmack sowie die Crema den eigenen Vorstellungen entsprechen. Beim Verstellen des Mahlgrads an der Kaffeemühle solltest du dabei schrittweise vorgehen, um die beste Einstellung so schnell wie möglich finden zu können.

  6. Markiere oder speichere die Einstellungen

    Wenn die Probe im Siebträger zufriedenstellend ist, sollte die entsprechende Stellung auf der Kaffeemühle unbedingt markiert werden. Als Faustregel kannst du die Extraktionszeit betrachten.

  7. Erreiche die optimale Extraktionszeit

    Bei perfekt gemahlenem Kaffeemehl sollten 25 ml Kaffee in 25 Sekunden aus dem Siebträger fließen. Auch wenn nur eine Person die Kaffeemühle benutzt, kann es immer wieder vorkommen, dass die Einstellung verändert wird. Ist die Kaffeemühle vollkommen verstellt, musst du in der Regel mit dem Vorgang wie bei einer neuen Kaffeemühle beginnen, um die gewünschte Einstellung zu finden.

Welche Kaffeemühle lässt sich für Espresso Kaffee einstellen?

Kaffeemühle für feinen Mahlgrad
Hochwertige Mühlen arbeiten mit einem Kegelmahlwerk

Nicht jede Kaffeemühle ist in der Lage, gutes Kaffeemehl für Espresso Kaffee zu produzieren. Bei einer minderwertigen Kaffeemühle ist es kaum möglich, eine Einstellung zu finden, die zu einer perfekten Extraktion führt. Das wichtigste: Die Kaffeemühle sollte in der Lage sein, homogenes Kaffeemehl zu produzieren.

Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit der Kaffeebohnen ist es nicht möglich, ein vollkommen homogenes Kaffeemehl zu erzielen. Die einzelnen Stückchen sollten von der Kaffeemühle jedoch so gleichmäßig wie möglich zerkleinert werden, sodass der Kaffee im Siebträger optimal extrahiert werden kann.

Schlagmahlwerk

Bei der Kaffeemühle hängt die Qualität in großem Maße von dem Mahlwerk ab, mit dem sie ausgestattet ist. Die schlechtesten Resultate werden in der Regel durch Kaffeemühlen mit einem Schlagmesser erzielt. Die Kaffeebohnen werden sehr ungleichmäßig zerkleinert und es kann vorkommen, dass man halbe Bohnen neben feinem Kaffeemehl findet.

Scheibenmahlwerk

Die meisten Kaffeemühlen, die heute auf dem Markt angeboten werden, sind mit einem Scheibenmahlwerk ausgestattet. Der Kaffee wird zwischen zwei Scheiben, die aus Stahl oder Keramik bestehen, zerkleinert. Der Mahlgrad wird dadurch eingestellt, dass der Abstand zwischen den beiden Scheiben verringert wird. Bei einem guten Modell kann man den Mahlgrad gut einstellen und ordentliche Ergebnisse erzielen.

Kegelmahlwerk

Eine weitere Variante des Mahlwerks bei guten Kaffeemühlen ist das Kegelmahlwerk. Bei diesen Mühlen werden die Kaffeebohnen zwischen dem inneren Kegel und der Außenwand zerrieben. Die Einstellung des Mahlgrads erfolgt über ein Verringern oder Erweitern des Abstands zwischen Kegel und Außenwand.

Das Kaffeemehl fällt bei diesen Geräten nach unten in einen Auffangbehälter. Ein Vorteil, der diese Mahlwerke vom Scheibenmahlwerk abhebt, dass nur geringe Drehzahlen nötig sind. Daher entsteht beim Kaffeemahlen nur geringe Hitze und der Kaffee wird besonders aromaschonend gemahlen.

Es gibt auch gute Handmühlen, die mit einem Kegelmahlwerk arbeiten. Bei diesen Kaffeemühlen kann oft sogar ein bestimmter Mahlgrad festgestellt werden, damit sich die Mühle nicht von allein verstellt. Ein weiterer Pluspunkt der Handmühle ist es, dass man sie auf Wunsch sogar auf Reisen mitnehmen kann.

Die Einstellung des Mahlgrads funktioniert bei jeder Kaffeemühle etwas anders. Bei einem neuen Gerät solltest du dir zunächst einmal die Bedienungsanleitung durchlesen, um sich mit den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten vertraut zu machen.

Die Kaffeemühle kann selbstverständlich auch in anderen Mahlgraden benutzt werden, wenn du etwa Kaffee für eine French Press zubereiten möchtest, für die grobes Kaffeemehl benötigt wird. Du solltest jedoch unbedingt die jeweiligen Einstellungen markieren. So kannst du beim Kaffeemahlen konsistente Ergebnisse erzielen.

Warum Kaffee selbst mahlen?

Feines Kaffeepulver im Siebträger
Das perfekte Kaffeepulver sorgt für die optimale Kontaktzeit bei der Zubereitung von Espresso mit einem Siebträger

Selbst gemahlener Kaffee hat ein deutlich stärkeres und ausgewogeneres Aroma. Egal, welche Zubereitungsmethode, ob für den Kaffeevollautomaten, Siebträgermaschine, Kaffeemaschine, Handfilter, Kanne oder French Press – Alle Arten der Zubereitung profitieren von frischem Kaffeemehl.

Die Kaffeebohne kann als eine Art Schutzhülle für die Aromen betrachtet werden, die im Kaffee enthalten sind. Diese Aromen werden erst freigesetzt, wenn der Kaffee gemahlen wird. Darum hat frisch gemahlener Kaffee ein Aroma und einen Geschmack, der fertig gemahlenem Kaffeepulver wesentlich überlegen ist.

Aus diesem Grund solltest du den Kaffee auch mit der eigenen Kaffeemühle für jede Tasse frisch mahlen und die Bohnen nicht schon auf Vorrat mahlen. Ein perfektes Kaffeearoma ist der beste Lohn für diese Mühe.

Den besten Geschmack des Kaffees erhalten

Die Einstellung des Mahlgrads als Prozess ist für jede Kaffeemühle wichtig. Nur optimal gekörntes Kaffeepulver kann einen perfekten Espresso erzeugen. Ist das Kaffeepulver zu grob, so wird der Espresso unterextrahiert, ist es hingegen zu fein, kommt es zu einer Überextraktion. In beiden Fällen leidet der Geschmack des Kaffees.

Für die erste Einstellung einer neuen Kaffeemühle solltest du dir Zeit lassen und so lange probieren, bis perfekte 25 ml Espresso in 25 Sekunden im Siebträger extrahiert werden. Zusätzlich ist es ratsam, beim Kauf der Kaffeemühle auf hohe Qualität zu achten, sodass das Kaffeepulver homogen ist und bei wenig Hitzeerzeugung gemahlen werden kann.

Werden alle diese Gesichtspunkte beachtet, kann man genau das richtige Kaffeemehl für den Espresso Kaffee erzielen und auch zu Hause in der Siebträger Maschine einen Espresso mit Barista Qualität herstellen.

Letztes Update: 25. März 2022

Menü