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Wie funktioniert eine Handhebel Espressomaschine?

Espressomaschinen mit Handhebel funktionieren etwas anders als die bekannten automatischen Siebträgermaschinen. Durch den Handhebel wird der nötige Druck zum Extrahieren des Espressos manuell erzeugt. Der Handhebel spricht sensibel auf die einzelnen Faktoren bei der Zubereitung an, sodass es möglich ist, den Espresso individuell zu beeinflussen. Darum werden Handhebelmaschinen auch heute von vielen Nutzern geschätzt.

Wir stellen hier diese klassische Zubereitungsart für authentischen Espresso genauer vor.

Handhebelmaschine

In Kürze:

  • Ursprüngliche Handhebelmaschinen können ohne Elektrizität eingesetzt werden, indem Wasser mit Gas erhitzt wird.
  • Handhebel funktionieren nach einem einfachen Prinzip, bei dem Wasser erhitzt und der Druck anschließend über den Handhebel aufgebaut wird.
  • Bei Handhebelmaschinen gibt es unterschiedliche Ausführungen, die jeweils ihre Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Erste Handhebel-Espressomaschine aus Italien

Bereits 1947 wurden laut kaffeewiki.de bei Gaggia die erste Handhebel-Espressomaschine entwickelt, um Espresso herzustellen. Durch die Funktionsweise diese Maschine konnte zum ersten Mal Espresso zubereitet werden, wie wir ihn heute zu schätzen wissen. Die Maschine von Gaggia benötigte keinen Strom. Während bis dahin der Espresso ausschließlich mit Dampf extrahiert wurde, machte es diese Handhebelmaschine möglich, Wasser zu benutzen.

Der nötige Druck wurde durch den Einsatz eines Federkolbens ermöglicht, der über den Handhebel aktiviert wurde. Dadurch konnte bei diesen Maschinen bereits ein Druck von 8 bis 10 bar aufgebaut werden. Auch heute noch wird dieser Druck als ideal für die Espressozubereitung bewertet. Die Crema, die den Espresso krönt, wird unter diesen Druckverhältnissen möglich.

Handhebelmaschinen bedienen

In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden Espressomaschinen weiterhin modernisiert und Pumpen übernahmen die Funktion des Druckaufbaus, sodass der Handhebel überflüssig wurde. Doch auch heute finden Handhebelmaschine weiterhin Anhänger und es gibt verschiedene Herstellen, die diese Art von Espressomaschinen nach wie vor produzieren.

Handhebelmaschinen sind heute mit einem Kessel ausgestattet, indem das Wasser durch eine ein elektrisches Heizelement erhitzt wird. Zur Bedienung öffnest du den Deckel des Kessels und füllst Wasser ein. Anhand von Markieren im Inneren kannst du den richtigen Wasserstand bestimmen. Bei den meisten Maschinen dauert es dann etwa 10 Minuten, bis die Betriebstemperatur erreicht und die Maschine zum Extrahieren von Espresso bereit ist. Ist die Betriebstemperatur erreicht, so tritt aus dem Sicherheitsventil Dampf aus.

Der Wassertank sollte am besten vor dem Einschalten der Maschine gefüllt werden, um Verletzungen zu vermeiden. Das Wasser wird nämlich bis zu 100 Grad erhitzt und kann schnell herausspritzen, wenn du den Kessel bei der heißen Maschine öffnest.

Espresso Zubereitung per Handhebel

Inzwischen kannst du den Siebträger vorbereiten. Für eine Tasse italienischen Kaffees wird er mit etwa 7 Gramm fein gemahlenem Espressomehl gefüllt, das mit einem Tamper fest angedrückt wird, um eine gleichmäßige Extraktion zu ermöglichen. Dann kann der Siebträger in die Maschine eingespannt und die Espressotasse unter den Auslass gestellt werden. Zu dieser Zeit befindet sich der Hebel in neutraler Position nach unten gestellt.

Dann wird der Handhebel langsam nach oben gestellt. Kurz bevor die oberste Position erreicht ist, öffnet sich die Verbindung zum Kessel und nun beginnt das heiße Wasser in den Kolben zu fließen, von wo es dann auch in den Siebträger gelangt.

Es ist wichtig, den Hebel langsam zu bedienen, um zu verhindern, dass Wasser zu heftig in den Siebträger einströmt. Sonst kann es passieren, dass heißes Wasser seitlich aus dem Siebträger gedrückt wird und du kannst durch das heiße Wasser verbrannt werden.

Es sollte eine Vorbrühphase von etwa 10 Sekunden eingehalten werden. Der Hebel verbleibt dabei nach oben gestellt. Ein Vorteil der Handhebelmaschine besteht darin, dass du die Dauer der Pre-Infusion selbst bestimmen kannst. Danach wird der Hebel mit Kraft nach unten gedrückt.

Dadurch wird der Druck aufgebaut und der Espresso läuft in die Tasse. Bei den meisten Handhebelmaschinen hilft dabei eine Feder, die sich durch das Herunterdrücken des Hebels spannt. Dadurch kann ein besonders gleichmäßiger Druck erzielt werden. Dieser Vorgang dauert etwa 20 Sekunden.

Unmittelbar nach dem Bezug besteht im Siebträger immer noch Druck. Daher solltest du den Siebträger auch nicht sofort aus der Maschine nehmen, sondern warten, bis sich der Druck abgebaut hat. Die Bedienung kann bei jeder Hebelmaschine ein wenig unterschiedlich sein, sodass du vor dem ersten Einsatz immer die Bedienungsanleitung lesen solltest.

Vorteile und Nachteile des Handhebelsystems

Vorteile

  • Verhältnismäßig wenig Wartungsarbeiten. Lediglich die Dichtungsringe müssen gelegentlich ausgetauscht werden
  • Gute Langlebigkeit aus besagtem Grund
  • Einfache Pflege und Reinigung
  • Leise Arbeitsweise dank der manuellen Mechanik
  • Sehr authentisches Geschmackserlebnis

Nachteile

  • Eine integrierte Kaffeemühle fehlt
  • Die Extraktion läuft bei einigen Modellen ohne diese stoppen zu können, auch wenn die Tasse schon voll ist
  • Bei Modellen mit nur einer Brühgruppe dauert das Aufbrühen eines weiteren Espressos sehr lange

Die richtige Temperatur beachten

Besonders bei einer kleinen Handhebel-Espressomaschine für den Haushalt ist es möglich, dass es zu einer Überhitzung kommt, wenn mehrere Tassen Espresso hintereinander bezogen werden. Das liegt an der Art, wie die Wassertemperatur bei diesen Maschinen gesteuert wird.

Das Wasser wird nämlich im Kessel auf Dampftemperatur von 115 bis 125 °C erhitzt. Diese Temperatur ist jedoch zu hoch für die Espresso Extraktion. Dazu muss das Wasser auf rund 88 °C bis 92 °C abgekühlt werden. Das geschieht in den Brühgruppen, die nicht beheizt sind.

Werden nun mehrere Tassen in schneller Folge abgenommen, ist es möglich, dass die Temperatur des Wassers nicht ausreichend heruntergekühlt werden kann. Daher solltest du bei einer kleinen Handhebelmaschine einige Minuten zwischen einzelnen Abnahmen verstreichen lassen.

Unterschiedliche Modelle von Handhebelmaschinen

Handhebel-Espressomaschine Modelle

Handhebelmaschinen folgen einem sehr einfachen Prinzip und bestehen daher auch nur aus wenigen Teilen. Das erleichtert die Wartung der Maschine und macht sie auch haltbar. Durch die manuelle Extraktion macht die Handhebelmaschine bei der Arbeit auch nur sehr wenige Geräusche. Es gibt einige unterschiedliche Arten von Handhebelmaschinen, die wir im Folgenden vorstellen möchten:

Handhebelmaschine mit Wärmeaustauscher

Die Maschinen mit Wärmeaustauscher sind für den Haushalt gut geeignet. Der Wärmeaustauscher sorgt dafür, dass Wasser nicht überhitzt und ermöglicht es, dass du auch bei eingeschalteter Maschine Wasser gefahrlos nachfüllen kannst.

Einkreis Handhebelmaschine

Im Gegensatz zu den Geräten mit einem Wärmeaustauscher ist bei der Einkreismaschine lediglich der Kessel vorhanden. Dort wird das Wasser bis zur Dampfform erhitzt und dann in den Hebelbereich weitergeleitet. Bei solchen Maschinen muss das Öffnen des Ventils jedoch sehr vorsichtig vorgenommen werden, damit du ein Verbrühen vermeiden kannst. Einkreis Handhebelmaschinen werden häufig in der Gastronomie verwendet.

Zweikreis Handhebelmaschine

Bei einem Zweikreis Gerät gibt es einen Wärmeaustauscher, der direkt in den Kessel eingearbeitet ist. Das Wasser wird im Kessel erhitzt und dann in den Wärmeaustauscher eingeleitet. Vor dort kann es in den Hebelbereich eingelassen werden. Viele Nutzer schätzen das Aroma eines Espressos, der mit diesem System extrahiert wird.

Zusätzliche Ausstattung bei Handhebelmaschinen

Viele Handhebelmaschinen sind auch mit einer Dampflanze ausgestattet, die man dazu benutzen kann, um Milchschaum hergestellt werden kann. Daher kannst du auch mit der Handhebelmaschine Spezialitäten wie Cappuccino herstellen. Oft sind die Geräte aus Edelstahl hergestellt, was zu einer langen Haltbarkeit beiträgt und außerdem für eine klassische Optik sorgt.

Nach wie vor bei Puristen beliebt

Handhebelmaschinen bieten eine sehr ursprüngliche Form der Espressozubereitung. Wie der Name bereits andeutet, wird ein Handhebel manuell ausgelöst, um die Extraktion auszulösen. Somit kannst du mit einer solchen Maschine direkten Einfluss auf die Qualität deines Espressos nehmen. Von Puristen werden diese nostalgisch wirkenden Geräte auch heute geschätzt. Daher gibt es eine Anzahl von unterschiedlichen Modellen, die derzeit auf dem Markt angeboten werden. Dazu gehören Geräte für die Gastronomie ebenso, wie Handhebelmaschinen, die speziell für den Haushalt ausgelegt sind.

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