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Entkoffeinierter Kaffee – Wie gesund ist Kaffee ohne Koffein?

Nicht jeder verträgt Koffein gleich gut. Einige Kaffeetrinker leiden unter Schlafstörungen, Herzrasen oder Problemen mit dem Magen. Bei Herzkrankheiten, Schwangerschaft oder sonstigem Verdacht auf Probleme mit der Gesundheit wird empfohlen, gänzlich auf Koffein zu verzichten. Allerdings brauchst du heute nicht mehr auf die täglichen Tassen Kaffee zu verzichten.

Wir stellen in diesem Beitrag Fakten zu entkoffeinierten Kaffeebohnen vor und geben Tipps für die besten Alternativen für koffeinfreien Filterkaffee.

In Kürze:

  • Koffein wirkt auf das zentrale Nervensystem und kann zum Risiko werden.
  • Es gibt 2 Entkoffeinierungsverfahren
  • Der Chicorée Kaffee ist eine alternative Form von Kaffeegetränk und bietet einige Vorteile
Entkoffeinierter Kaffee
Kaffee ohne Koffein ist nicht nur Geschmackssache. So manch einem tut es auch gesundheitlich gut.

Was ist Koffein

Koffein ist ein Bestandteil des Kaffees und wird von der Pflanze entwickelt, um sich vor Insekten zu schützen. Es ist eine psychoaktive Substanz und wirkt stimulierend auf das Gehirn. Es ist in der Lage, Müdigkeit zu vermeiden und die Konzentration zu erhöhen.

Gleichzeitig steigert Koffein die Herzfrequenz und kann außerdem den Blutdruck erhöhen. Koffein wirkt sich zudem auf die Blutgefäße aus. Diese verengen sich etwa im Gehirn und im Darmtrakt.

Koffein kann zu Wechselwirkungen mit Medikamenten führen. Aufgrund der verschiedenen Nebenwirkungen des Koffeins im Körper kann es sein, dass der Arzt dem Patienten den Genuss von Koffein verbietet. In diesen Fällen kann man auf entkoffeinierten Kaffee zurückgreifen, wenn man nicht vollkommen auf das beliebte Heißgetränk verzichten möchte.

So wird Kaffee entkoffeiniert

Koffein Molekül
Koffein stimuliert das zentrale Nervensystem

Es gibt verschiedene Verfahren, die es ermöglichen, Kaffee zu entkoffeinieren. Dabei gelingt es jedoch nicht, den Koffeingehalt vollkommen zu entfernen. In der EU gibt es heute Richtlinien, denen zu Folge nur solcher Kaffee als entkoffeiniert, bezeichnet werden darf, der einen Gehalt von 0,1 Prozent oder weniger aufweist. Bei Instant Decaf Kaffee (Löslicher Kaffee) und Kapseln beträgt der Richtwert an Koffein sogar 0,3 Prozent.

Wer im außereuropäischen Ausland entkoffeinierten Kaffee kauft, sollte sorgfältig auf den tatsächlichen Koffeingehalt achten. In manchen Ländern sind nämlich bis zu drei Prozent Koffein im entkoffeinierten Kaffee erlaubt.

Bereits seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Entkoffeinierungsverfahren  entwickelt, um Kaffee zu entkoffeinieren. Die erste Produktionsweise für koffeinfreien Kaffee wurde von Ludwig Roselius entwickelt. Bei dieser Methode wurden die Bohnen vor dem Rösten in Salzwasser eingeweicht und dann mit Benzol behandelt, um das Koffein zu entziehen.

Heute kommt diese Form der Entkoffeinierung noch vereinzelt zum Einsatz, jedoch werden anstelle von Benzol andere Chemikalien benutzt. Hier hat sich erwiesen, dass Benzol Krebs erregen kann.

Indirektes Entkoffeinierungsverfahren

Ein indirektes Verfahren zum Herauslösen des Koffeins ist der Schweizer Wasser Prozess. Bei dieser Methode wird die ganze Bohne zunächst in heißem Wasser eingeweicht, bis sich alle festen Bestandteile des Kaffees lösen.

Danach können die Bohnen entfernt werden, da nunmehr das Wasser alle Bestandteile des Kaffees enthält. Durch Filtern mit einem Aktivkohlefilter lässt sich das Koffein aus dem Wasser entfernen.

In das nunmehr koffeinfreie Wasser werden neue Kaffeebohnen gegeben. Da das Wasser alle Bestandteile des Kaffees enthält, löst sich lediglich das Koffein aus den Bohnen und gelangt in das Wasser. Die Bohnen sind entkoffeiniert und können für die Zubereitung von koffeinfreiem Kaffee gebraucht werden.

Das Wasser wird wiederum gefiltert und erneut eingesetzt. Dieses Entkoffeinierungsverfahren muss allerdings viele Male wiederholt werden und ist daher für die industrielle Anwendung unpraktisch. Das 1970 entwickelte Verfahren kommt heute kaum noch zum Einsatz.

Direktes Entkoffeinierungsverfahren

Von der Industrie wird heute das direkte Verfahren bevorzugt, da es eine effizientere Produktionsart darstellt. Bei diesem preisgünstigen Entkoffeinisierungsverfahren wirkt zunächst Wasserdampf auf die Bohnen ein. Nach etwa 30 Minuten werden die Bohnen über einen Zeitraum von 10 Stunden in ein Lösungsmittel gegeben.

Danach ist die Kaffeebohne koffeinfrei. Bei diesem Lösungsmittel handelt es sich entweder um Dichlormethan oder Ethylacetat. Danach findet ein gründlicher Trocknungsprozess statt, dessen Ziel es ist, das Lösungsmittel aus dem Kaffee zu entfernen.

Wenn Dichlormethan zum Einsatz kommt, muss das Lösungsmittel komplett entfernt werden. Den gesetzlichen Auflagen zu Folge dürfen zwei Kilogramm Kaffee höchstens zwei Milligramm Dichlormethan enthalten, da dieses Mittel eine krebsfördernde Wirkung hat. Dieser Zusammenhang wurde in Studien erwiesen.

Auch Ethylacetat wird aus dem Kaffee entfernt. Dieses Lösungsmittel ist jedoch unschädlich und kommt auch in der Natur vor. Es entsteht unter anderem in Fermentierungsprozessen, wie bei der Weingärung. Dieses Lösungsmittel wird daher in der Lebensindustrie häufig eingesetzt. Kaffee, der mit Ethylacetat entkoffeiniert wird, darf sich daher als „natürlich entkoffeiniert“ bezeichnen.

Eine weitere direkte Methode, die häufig eingesetzt wird, ist das Kohlenstoffdioxid-Verfahren. Ebenso wie beim Einsatz von Lösungsmitteln werden bei diesem Prozess die Kaffeebohnen zunächst mit Wasserdampf behandelt. Danach wird Kohlenstoffdioxid mit einem Druck bis zu 300 bar durch die Kaffeebohnen gepresst. So wird das Koffein gelöst und die Bohnen sind entkoffeiniert. Ein Vorteil ist, dass der Kohlenstoffdioxid Anteil späterhin verdampft werden kann, wobei reines Koffein zurückbleibt, das zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden kann.

Das Triglycerid-Verfahren wird heute ebenfalls gerne eingesetzt, um Kaffee zu entkoffeinieren. Hierbei wird eine Lösung aus Wasser und Kaffee vorbereitet, in welche die Bohnen getaucht werden. Dadurch kann sich das in der Kaffeebohne befindliche Koffein an der Oberfläche der Bohne sammeln.

Anschließend kommen die Bohnen in ein Bad aus heißem Kaffeeöl, in dem Triglycerid enthalten ist. Das Triglycerid entfernt das Koffein aus den Bohnen. Schließlich werden Bohnen und Kaffeeöl getrennt und die nun koffeinfreien Bohnen getrocknet.

Bekannte Marken für koffeinfreien Kaffee

  • Lavazza
  • Jacobs
  • Melitta
  • Kaffee Hag (Café Hag)
  • Nescafé
  • Aldi Süd
  • Amaroy
  • Viele kleinere Röstereien mit Bio-Siegel und Fair Trade

Chicorée Kaffee als Alternative?

Chicorée Kaffee als Alternative
Das Heißgetränk aus der Chicorée Wurzel ist eine interessante Alternative

Diese Alternative zu koffeinfreiem Kaffee wird aus der Wurzel der Chicorée Pflanze hergestellt. Sie wird geraspelt und geröstet und anschließend wie Kaffee im Filter oder in der Kaffeemaschine aufgebrüht. Ihre natürlichen Bitterstoffe geben ihr einen kaffeeähnlichen Geschmack. Deshalb wird diese gesunde Variante auch in Deutschland immer beliebter.

Zu den positiven gesundheitlichen Aspekten gehören die Inhaltsstoffe wie Polyphenole, die sich positiv auf Herz und Gefäße auswirken. Außerdem ist der Chicorée Kaffee im Vergleich schonend für den Magen. Am besten, du probierst die Vorteile dieser Form des Kaffeegenusses einfach einmal aus.

Kaffebohnen ohne Kaffein

Seit Jahren hat man sich in der Forschung darum bemüht, Sorten zu entwickeln, deren Kaffeebohnen kein Kaffein beinhalten. In Brasilien und auch in Japan wird heute versucht, eine koffeinfreie Kaffeesorte zu züchten.

Jedoch hat die Forschung bis jetzt noch keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern können, obwohl im Jahr 2004 im Äthiopien eine Kaffeepflanze entdeckt wurde, die kein Koffein enthält. Sie wäre eine Chance, endlich Bio Kaffee mit einem Bio-Siegel auch ohne Koffein in Fair Trade Qualität zu erhalten. Dennoch muss man leider zunächst noch auf entkoffeinierten Kaffee zurückgreifen, wenn man Koffein vermeiden und trotzdem Kaffee trinken möchte.

Der Geschmack von koffeinfreiem Kaffee

Kaffee ohne Koffein
Kaffeetrinker setzen auf Kaffee entkoffeiniert gemahlen als Alternative

Wer entkoffeinierten Kaffee vorzieht, tut dies in der Regel, da er aus medizinischen Gründen auf Koffein verzichten muss, aber trotzdem das volle Aroma einer guten Tasse genießen möchte. Daher ist es wichtig, auf die Wahl einer Kaffeemarke wert zulegen, die einen guten Geschmack aufweist. Zum größten Teil hängt der Geschmack des entkoffeinierten Kaffees von der Methode ab, die zum Entkoffeinieren eingesetzt wird.

Die Geschmacks- und Aromastoffe, die im Kaffee erhalten sind, bestehen unabhängig vom Koffein. So kann also auch ein koffeinfreier Kaffee ein volles Aroma und eine hohe Qualität haben. Preiswerter koffeinfreier Kaffee wird zumeist mit dem Lösungsmittel Dichlormethan behandelt.

Durch diese Methode können neben dem Koffein auch etliche Geschmacksstoffe verloren gehen. Daher handelt es sich bei diesem Kaffee meistens um ein Produkt mit einem deutlich geringeren Geschmack als koffeinhaltiger Kaffee und wird von den meisten Verbrauchern als wässrig bezeichnet.

Bei koffeinfreiem Kaffee, der verminderte Geschmacksstoffe aufweist, empfiehlt es sich, den Kaffee ein weniger stärker zu portionieren. Da er ja kein Koffein vorhanden ist, kann man ruhig ein wenig mehr Kaffeemehl einsetzen, ohne etwa einen gesteigerten Blutdruck oder Herzbeschwerden befürchten zu müssen.

Das Kohlenstoffdioxid-Verfahren hingegen ist schonender für die Aromastoffe. Der gute Geschmack und das Aroma bleiben weitgehend enthalten und der Kaffeegenuss leidet kaum in diesem Fall.

Koffeinfrei genießen

Bei vielen Menschen liegen medizinische Konditionen vor, die es wünschenswert machen, auf Koffein zu verzichten. Daher ist koffeinfreier Kaffee eine ausgezeichnete Lösung, die nicht auf ihren Kaffee verzichten möchten.

Es gibt unterschiedliche Methoden, um den Kaffeebohnen das Koffein zu entziehen. Einige dieser Methoden sind schonender, als andere, was zur Folge hat, dass einige entkoffeinierte Kaffees besser schmecken und eine höhere Qualität haben.

Letztes Update: 21. März 2022

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