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Espresso schmeckt bitter – 8 Gründe & Tipps

Dein Espresso schmeckt bitter? Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen. Dabei kann eine Änderung der Kaffeebohnen ebenso verantwortlich sein wie eine Änderung in der Zubereitung oder die Umstellung auf einen neuen Kaffeevollautomaten.

Wir haben hier die häufigsten acht Gründe aufgelistet und erklären dir, wie du das Problem beheben kannst.

In Kürze:

  • Es ist normal, dass im Espresso Bitterstoffe vorhanden sind
  • Verschiedene Ursachen können den Espresso jedoch zu bitter schmecken lassen
  • Um die Ursache herauszufinden, bei jeder einzelnen Zubereitung nur einen Faktor ändern
Espresso schmeckt bitter

Die Grundregel der Espressozubereitung

Um den perfekten Espresso zuzubereiten, gibt es vier Grundregeln, die der Barista auch gerne die vier M nennt. Diese haben den größten Einfluss auf das Heißgetränk:

  • La Miscela – die Bohnenmischung
  • La Macinatura – der Mahlgrad
  • La Macchina – die Maschine
  • La Mano – die Handwerkskunst

Gerade auch das letzte M, die Handwerkskunst, ist entscheidend, um den perfekten Espresso zuzubereiten ist wichtig.

Hierzu gehören neben der Brühtemperatur auch die Dauer und die Menge des verwendeten Pulvers. Nur wenn die genaue Abmessung stimmt, kann der perfekte Espresso auf Grundlage der idealen Bohnenmischung, dem richtigen Mahlgrad sowie der geeigneten Maschine gelingen.

Hinzu kommen aber noch weitere Faktoren, die beachtet werden müssen, damit der Espresso nicht zu bitter schmeckt, sondern genau richtig.

Darum schmeckt Espresso zu bitter

Um herauszufinden, warum dein Espresso zu bitter schmeckt, solltest du den gesamten Prozess der Espressozubereitung genauer unter die Lupe nehmen.

Jedes Mal beim erneuten Aufbrühen einer Tasse solltest du ein Merkmal der unten aufgeführten Ursachen ändern, niemals mehrere zusammen.

Denn nur bei der einzelnen Änderung erfährst du, welche Ursache für deinen bitteren Espresso verantwortlich ist und kannst diese in der Zukunft bei der Zubereitung ändern.

Die Kaffeemischung stimmt nicht – Mehr Arabica verwenden

Arabica Kaffeebohnen weniger bitter
Die Mischung machts!

Oftmals ist die Mischung schuld an dem bitteren Espresso. Denn werden Arabica mit Robusta gemischt, muss hier das Mischverhältnis stimmen.

Robusta-Bohnen sind von Natur aus bitter gegenüber den viel milderen Arabica-Bohnen. Ist dir dein Espresso zu bitter, dann überprüfe das Mischverhältnis.

Die Mischung sollte höchstens bei einem Anteil von 40 % Robusta zu 60 % Arabica liegen.

Bei einem höheren Anteil von Robusta wird der Espresso sehr bitter, ist er niedriger wird der Kaffee milder.

Da jeder den bitteren Geschmack etwas anders aufnimmt, liegt die ideale Bohnenmischung auch ganz im persönlichen Geschmacksempfinden.

Zu feiner Mahlgrad

Der Mahlgrad ist entscheidend für die Extraktionszeit:

Je feiner das Pulver aus den gemahlenen Bohnen wird, desto länger kommt es in Kontakt mit dem Wasser.

Der Espresso tropft nur sehr langsam in die Tasse. Hierdurch werden allerdings auch mehr Bitterstoffe aus dem Pulver herausgelöst und gelangen mit in den Espresso in die Tasse.

Tipp: Reinige die Kaffeemühle mit Granulat

Damit weder altes Fett noch andere Rückstände aus früheren Mahlvorgängen am neu gemahlenen Pulver hängen bleiben, solltest du die Kaffeemühle regelmäßig mit Granulat zu reinigen.

Zu viel Kaffeepulver

Beim Abwiegen von Kaffeebohnen und später dem gemahlenen Pulver sollte die optimale Kaffeemenge auf das Gramm genau abgewogen werden. Sonst kann es passieren, dass das Verhältnis zwischen Kaffee und Wasser nicht stimmt. Wird zu viel Kaffeepulver verwendet, dann kommt es leicht zum bitteren Geschmack.

Tipp: Feinwaage benutzen

Verwende eine exakte Kaffeewaage, um das Kaffeepulver abzumessen. So kannst du die gewünschten Mengen reproduzierbar und genau bestimmen.

Zu dunkle Röstung

Die Röstung nimmt Einfluss auf die Bitterkeit des Espressos. Generell gilt:

Zu dunkel geröstete Bohnen werden leicht bitter. Eine hellere Röstung hingegen besitzt noch mehr Aromen der gewählten Kaffeesorte.

Hellere Röstungen tendieren unter anderem zu einer gewissen Fruchtigkeit und mehr Säure.

Zu hohe Brühtemperatur

Espresso richtig brühen
Beim Brühen von Espresso bedingen sich unterschiedliche Faktoren gegenseitig

Höhere Temperaturen führen dazu, dass der Kaffee bitter schmeckt. Denn das Kaffeemehl wird beim Aufbrühen bei einer zu hohen Wassertemperatur verbrannt. Milderen Geschmack erhältst du, wenn du die Temperaturen senkst.

Für einen idealen Espresso gibt es eine empfohlene Brühtemperatur zwischen 88° und 94° Celsius.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn dann kann der Espresso schnell sauer schmecken.

Zu hoher Brühdruck (Überextraktion)

Einen zu hohen Brühdruck solltest du vermeiden, damit es nicht zu einer Überextraktion. Dieser lässt sich aber leicht an der Siebträgermaschine einstellen.

Übersteige nicht den Brühdruck von 10 bar.

Alles, was darüber liegt, lässt den Espresso bitter werden.

Zu hartes Wasser (pH-Wert)

Ist das Wasser zu hart, kommt es ebenfalls zu einer Bitterkeit des Espresso. Denn dann können die Aromen aus den gemahlenen Espressobohnen nicht extrahiert werden. Eine Balance aus bittereren und sauren und Aromen ist dann nicht mehr gegeben.

Die empfohlene Wasserhärte für perfekten Espresso: Gesamthärte: 3 – 6 °dH, Alkalinität: 2 – 4 °dH.

Die Wasserhärte ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ist und beim örtlichen Wasserwerk erfragt werden. Ist diese zu hoch, kannst du mit einem Wasserfilter das Leitungswasser enthärten oder aber Tafelwasser aus Flaschen nutzen.

Zu lange Extraktion

Mahlgrad und Extraktion bedingen einander. Selbst wenn der optimale Mahlgrad eingestellt wurde, kann es zu einer falschen Extraktionszeit oder Durchlaufzeit kommen.

Dann wurde in der Regel zu viel Wasser gewählt. Bitterstoffe werden erst ganz am Ende aus dem Pulver extrahiert, daher werden diese bei einer langen Durchlaufzeit am Ende mit in den Espresso gelöst.

Die optimale Extraktionsrate sollte zwischen 18 % und 22 % liegen.

Hierbei handelt es sich um den Anteil der löslichen Stoffe, die aus dem Pulver extrahiert werden. Diese liegen bei 30 %, die restlichen 70 % sind nicht wasserlösliche Holzfasern.

Espresso bitter im Vollautomat – unsere Tipps für guten Geschmack

Espresso bitter Kaffeevollautomat
Bitterer Espresso aus dem Kaffeevollautomat

Wenn deine Wahl für Espresso ein Kaffeevollautomat ist, kann häufig ein Mangel an Pflege für den Überschuss an Bitterstoffen verantwortlich sein.

Reinige die Kaffeemaschine regelmäßig von Kaffeerückständen.

Denn Kaffeebohnen sind fetthaltig. Das Fett löst sich beim Mahlen der Espressobohnen, setzt sich in der Maschine ab und führt mit der Zeit zu einer Verschlechterung des Geschmacks.

Häufige Fragen zu bitterem Espresso

Welche Kaffeesorte schmeckt nicht bitter?

Kaffeesorten mit einem hohen Anteil an Arabica-Bohnen sind nicht so bitter und milder als die, die viel Robusta enthalten. Mehr als 40 % Robusta-Bohnen sollte eine Mischung nicht enthalten. Die reinen Arabica-Sorten sind daher auch die mildesten und haben von Haus aus keinen bitteren Geschmack.

Woran liegt es, wenn ein Espresso sehr bitter schmeckt?

Ist das Kaffeemehl durch eine Überextraktion mit zu hoher Brühtemperatur von über 96° Celsius verbrannt, dann kommt es zu einem sehr bitteren Geschmack des Espressos. Die perfekte Brühtemperatur liegt hier zwischen 88 und 94° Celsius.

Woran liegt es, wenn ein Espresso sehr sauer schmeckt?

Wurde das Pulver mit dem falschen Mahlgrad gemahlen, dann kann es zu dem sauren Geschmack im fertigen Espresso kommen. Ein saurer Geschmack kommt von einer zu kurzen Kontaktzeit zwischen Wasser und Pulver. Je grober das Pulver gemahlen wurde, desto schneller läuft das Wasser durch und die Säuren gelangen in den Espresso.

Warum schmeckt aufgewärmter Kaffee so bitter?

Bei den Aromen handelt es sich um Konstellationen von verschiedenen chemischen Verbindungen, die auch im Kaffee vorhanden sind. Wurde der Kaffee frisch aufgebrüht, stehen diese Aromen in einem guten Verhältnis zueinander. Bleibt der Kaffee jedoch stehen, zum Beispiel etwa eine halbe Stunde verflüchtigen sich bereits 10 % der Aromastoffe, die für den guten Geschmack zuständig sind. Der Kaffee fängt an, bitter zu werden, mit dem späteren Aufwärmen selbst hat dies weniger zu tun.

Wie lässt sich ein optimaler Espresso zubereiten?

Es gibt eine Formel, die für die Zubereitung des perfekten Espresso steht. Wasser mit einer Temperatur zwischen 90° und 95° Celsius, fein gemahlenes Kaffeemehl und ein Druck von 9 bar ergeben eine Extraktionszeit zwischen 25 und 30 Sekunden. Hieraus entsteht ein Espresso mit 25 ml. Der optimale Espresso lässt sich hierbei idealerweise mit einer Siebträgermaschine zuzubereiten.

Woran liegt es, wenn das Espressopulver im Siebträger nass ist?

Matschiges, löchriges und nasses Kaffeepulver im Siebträger weist darauf hin, dass zu wenig Kaffeemehl eingefüllt wurde. Aber auch zu alte Kaffeebohnen könnten hieran ursächlich sein.

Zu bitterer Espresso: Unser Fazit

Es gibt acht verschiedene Gründe, warum ein Espresso bitter schmeckt. Die Gründe reichen hier von der Wahl der richtigen Kaffeesorte, über den Mahlgrad, die Espressozubereitung bis hin zur Frische des Kaffees.

Um den genauen Grund hierfür herauszufinden, ist es wichtig zu wissen, wie der perfekte Espresso zubereitet wird. Bei den nächsten Zubereitungen wird dann Schritt für Schritt einer der wichtigen Punkte für die Zubereitung geändert.

Durch das gezielte Ausschlussverfahren erkennst du so genau, wenn der Espresso nicht mehr bitter schmeckt.

Oftmals kann es aber auch einfach am eigenen Geschmack liegen, dass der Espresso zu bitter ist. Denn ist er für den einen Genießer genau richtig, kann er für den anderen bereits zu bitter sein.

Letztes Update: 9. Juli 2022

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